Berlin-Klassenfahrt 2016

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175 Museen, 50 Theater, 300 Kinosäle und mehr Brücken als in Venedig: Berlin ist nicht nur das kulturelle und politische Zentrum Deutschlands, sondern auch das ideale Ziel einer Klassenfahrt. Wie jedes Jahr fuhren alle zehnten Klassen des Gymnasiums Penzberg vom 27. Juni bis zum 2. Juli für eine Woche in die Hauptstadt.

Untergebracht waren alle Klassen in einem Hostel in Friedrichshain, einem zentral gelegenen Viertel mit vielen Bars, Restaurants und einem Park, in dem es nach Marihuana roch. Dort lungerten Kids herum, die nicht älter als wir waren, aber Alkohol und andere Drogen konsumierten. Wir haben in der Stadt Menschen gesehen, die sich auf der Straße Heroin gespritzt haben. Zwei Wochen später gab es in Friedrichshain eine Demo mit 120 Verletzten. Berlin ist anders als München.

Viel miteinander zu tun hatten die Klassen tagsüber nicht, da sie einen unterschiedlichen Tagesplan hatten. Begleitet wurden die Klassen jeweils von zwei Lehrern, in meinem Fall Wolfgang Maier, ein echter Berlin-Veteran, der bereits zum 38. Mal mit einer Schulklasse an die Spree fuhr. Langweilig wird es ihm trotzdem nicht. Maier sagt: Jedes Jahr hat sich irgendwas verändert. Monika Adams war auch dabei, aber wo es langging, das bestimmte der Maier.

Natürlich soll man sich in so einer politischen wie kulturellen Metropole nicht nur an der Spree sonnen. Daher erkundeten wir zum Beispiel mit geliehenen Fahrrädern die Stadt, vorbei an den Resten der Berliner Mauer über das Regierungsviertel zum Holocaust-Mahnmal. Dabei konnte man gut sehen, was für eine lebendige Stadt Berlin ist. Auf der einen Seite ist Berlin eine Stadt mit Geschichte, vor allem auch durch die Mauer geprägt, auf der anderen Seite ist Berlin eine riesige Baustelle. Im Regierungsviertel findet man kaum ein Gebäude, welches vor der Jahrtausendwende errichtet wurde, dementsprechend modern ist dort auch die Architektur.

Einen genaueren Einblick in die Geschichte der früher geteilten Stadt konnten wir bei einer Führung durch das Stasi-Gefängnis bekommen. Unser Führer, welcher zu DDR Zeiten selbst zur Untersuchungshaft in dem Gefängnis saß, konnte uns die unwürdigen Zustände, in denen die Menschen dort untergebracht waren, sehr genau beschreiben: Manche durften sich dort den ganzen Tag nicht hinsetzen, andere wurden mit Schlafentzug gefoltert.

Am Freitag besuchten wir den Bundestag, in dem leider gerade keine Sitzung war, stattdessen erhielten wir einen humorvollen Vortrag eines Politikwissenschaftlers über die Geschichte des Gebäudes und über den genauen Ablauf einer Bundestagssitzung. Im Anschluss war noch ein Gespräch mit einem Politiker der Grünen geplant, da dieser aber auf Geschäftsreise war, sprachen wir mit einem seiner Mitarbeiter. Er erzählte uns über die Aufgaben seines Kollegen, im Anschluss gab es eine Fragerunde.

Entlang der Spree gibt es gute Bars mit Public Viewing, dort haben wir uns das Spiel Italien gegen England angesehen. Das Problem in Berlin ist: Die Auswahl an Locations ist zu groß. Unser Berlin-Maier hat uns eins klar gemacht: Es ist ihm wurscht, wo wir den freien Abend verbringen, so lange wir nicht besoffen ins Hostel torkeln. Daran haben wir uns gehalten. Wir haben es alle gesund und ohne Verweis wieder nach Hause geschafft.

Max Beck, 10A

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