Sprache verbindet

Ein Projekt zur Sprachförderung bei Kindern

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Bereits seit 20 Jahren engagiert sich der „Rotary Club Penzberg“ für soziale und gemeinnützige Projekte. Menschen aus aller Welt sollen vereint werden, so zum Beispiel mit dem Programm „Sprache verbindet“.

Das Projekt hat das Ziel, Kinder aus Zuwanderungsfamilien mit sprachlichen Problemen im Deutschen zu unterstützen. Die meist 3- bis 10-jährigen Kinder werden mindestens einmal wöchentlich von ihrem Sprach-Scout (meistens Oberstufenschüler/innen) besucht und spielerisch mit altersgemäßen Materialien gefördert. Dadurch bekommen die Kinder die Möglichkeit, Deutsch mit Spaß und in entspannter Atmosphäre zu erlernen. Auch die Sprach-Scouts bekommen Unterstützung durch einen Paten, ein Mitglied des Rotary-Clubs, an den sie sich bei Fragen und Problemen wenden können.

Begeistert von diesem Konzept sind auch wir als Sprach-Scouts tätig geworden. Zunächst haben wir in einem Kurs Anregungen für Spiele und Aktivitäten zur Förderung der Kinder vermittelt bekommen. Danach kann es eine längere Zeit dauern, bis einem als Sprach-Scout ein Kind in der Nähe zugeteilt wird. Der nächste Schritt ist dann ein Treffen mit der Familie gemeinsam mit unserem Paten gewesen, um das zu betreuende Kind kennenzulernen. Für die folgenden Treffen haben wir als Scouts mit der Familie frei vereinbart, wie oft und wie lange wir jede Woche kommen. Pro Stunde bekommen die Scouts € 8,-, die in der Regel zur Hälfte, manchmal aber auch komplett vom „Rotary Club“ getragen werden.

Das eine der beiden Kinder ist ein 9jähriges Mädchen, das auch schon in England gelebt hat. So ist die Kommunikation aufgrund ihrer Englischkenntnisse von Anfang an leicht gewesen. Bei den ersten Treffen hat sie mit Hilfe von Bildern und Spielen einzelne Wörter gelernt. Besonders Spaß hat sie bei der gemeinsamen Erkundung ihres Umfelds sowie beim Basteln, Backen und Einkaufen, aber auch bei Bewegungsspielen. Manchmal haben wir auch Treffen mit anderen Kindern gleichen Alters zusammen erlebt. Mittlerweile ist sie nach fast fünf Monaten fähig, einen vorgelesenen Text zu verstehen und viele Dinge selbst zu sagen. Allerdings ist es nicht immer ganz einfach gewesen, wenn etwa die Konzentration gefehlt hat. An solchen Tagen sind wir meist einfach nur auf den Spielplatz gegangen.

Das andere zu betreuende Kind ist ein 4-jähriger Junge – auch sein Herkunftsland soll wegen der Anonymität nicht genannt werden. Hier in Deutschland besucht er bereits einen Kindergarten. Bei dem ersten Treffen hat der Junge sich noch sehr zurückhaltend verhalten und hat lediglich schüchtern mit einem Smartphone in der Hand, von dem er kaum seine Augen hat abwenden können, am Bein der Mutter gelehnt. Jedoch geht er mit jedem Treffen immer mehr aus sich heraus und auch das Smartphone kann für eine Weile weggelegt werden. Die Verständigung ist von Anfang an kein Problem gewesen, da seine Geschwister in der Schule Deutsch lernen und somit bei Verständigungsproblemen helfen können. Spiele und Aktivitäten müssen abwechslungsreich gestaltet werden, da das Interesse an einem einzelnen Spiel, Buch etc. nicht allzu lange anhält und es ihm schnell langweilig wird. Neue Anreize und Bewegungsspiele im Freien sind dabei eine gute Möglichkeit. Zudem verlangen auch die Geschwister Beachtung und möchten beschäftigt werden. Darum muss man immer wieder aufs Neue einen Mittelweg finden, um allen Kindern gerecht werden zu können. Im Mittelpunkt soll aber das Kind stehen, das einem zugeteilt worden ist. Dabei stößt man als Scout gelegentlich auch an seine Grenzen, wenn mehrere Kinder gleichzeitig Zuwendung erwarten.

Insgesamt empfinden wir dieses Projekt als sehr gelungen. Da die Sprache spielerisch erlernt und  von Jugendlichen vermittelt wird,  können die Kinder unserer Meinung nach leichter Zugang zum Deutschen finden. So helfen wir den Kindern, sich in einem für sie fremden Land zurechtzufinden und sich einzuleben. Außerdem sind wir nicht nur eine Unterstützung und Hilfe für die Kinder, zusätzlich können auch wir wertvolle Erfahrungen für uns selbst sammeln.

Mia und Steffi, 10A

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