Kunstreflexion zu der Frage: Freiheit – was ist das?

Freiheit – was versteht man eigentlich genau unter diesem Begriff?

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Freiheit ist für jeden etwas anderes. Für viele, gerade in der westlichen Welt, etwas mehr oder weniger Selbstverständliches, für viele andere aber ein hart zu erkämpfendes Recht.
Kann man also Freiheit eine allgemeine Definition geben?

Eine Art allgemeine Definition habe ich im Internet gefunden, welche besagt, dass Freiheit die Fähigkeit des Menschen bezeichnet, aus eigenem Willen Entscheidungen zu treffen und zu handeln. Für mich ist dies nur oberflächlich die Freiheit des Freiseins, meiner Meinung nach ist Freiheit vielfältiger, tiefgründiger und emotionaler als nur eine Fähigkeit. Diese Vielfältigkeit spiegelt sich schon bei den verschiedensten Freiheitsbegriffen und –formen wieder. Es gibt Religionsfreiheit, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Handlungsfreiheit, Gedankenfreiheit und vieles mehr. Diese Aspekte stehen auch im deutschen Grundgesetz, sind aber noch lange nicht selbstverständlich und Gesetz für jeden auf der Welt. Und selbst bei uns zeigt sich, dass Freiheit manchmal auch an Grenzen stößt, was der aktuelle „Fall Böhmermann“ und somit den Begriff der Pressefreiheit auf eine harte Probe stellt. Das sind nun aber nur kleine Teilstücke von Freiheit, rein rechtlich gesehen, jedoch haben selbst diese noch viel tiefgründigere Aspekte. Für jeden sind diese Begriffe anders zu interpretieren. Für den einen bedeutet Religionsfreiheit etwas komplett anderes als für den anderen und hat für ihn einen höheren Stellenwert als für den anderen. Ich finde es unglaublich schwer, einen Text über Freiheit zu schreiben, da es so viele Variationen von Freiheit gibt. Neben den schon genannten Freiheiten gibt es zum Beispiel auch noch die Freiheit, so zu sein, wie man ist, die Freiheit des Geschmacks und dessen Akzeptanz und die Freiheit für Kinder in der Erziehung, welche für alle Eltern andere Grenzen besitzt.

Für mich ist Freiheit so viel, aber trotz allem nicht grenzenlos. Freiheit braucht auch ihre Grenzen. Freiheit hört meiner Meinung nach zu dem Zeitpunkt auf, wenn mein Handeln und meine Entscheidungen anderen Menschen schaden. Freiheit ist keine Macht. – Nachdem ich mich noch nicht so viel mit dem Thema „Freiheit“ beschäftigt hatte, war es für mich nicht ganz einfach, meine Interpretation von Freiheit zu finden. Nachdem ich mich jedoch ein wenig mehr mit dem Thema auseinandergesetzt hatte, war für mich ziemlich schnell klar, wie dankbar und froh ich darüber sein kann, in Freiheit geboren und aufgewachsen zu sein und mich jetzt in dieser frei entfalten darf. Für mich ist Freiheit vor allem in emotionaler Hinsicht und auf der Gefühlsebene sehr viel. Ein Leben ohne freies Denken und Fühlen wäre für mich undenkbar. Herr über sich selbst zu sein, zu tun und zu lassen, was man möchte, und niemanden über sich bestimmen zu lassen. Das Leben einer Marionette ist außerhalb jeder Vorstellung von Freiheit. An Fäden eines Holzstücks zu hängen, gesteuert von jemand anderem, der machen kann mit Dir, was er will, und Dich tun lassen kann, was er will. Eine schreckliche und bedrückende Vorstellung.

Meine Komposition zeigt also nicht direkt, was Freiheit für mich ist, sondern vielmehr, was es für mich nicht ist und auf gar keinen Fall sein sollte. Im Gehirn sind Dein Wissen gespeichert, ganz persönliche Erlebnisse, Momente Deines Lebens, Gedanken und Deine persönliche Meinung. Ohne Dein Gehirn wäre gar kein Leben möglich. All diese aufgezählten Dinge sind persönliche, einzigartige und individuelle Sachen eines Menschen, die niemand in irgendeiner Form beeinflussen, zerstören oder verbieten sollte. Genau dasselbe gilt für das Herz. Auch ohne dieses wäre kein Leben möglich und als Marionette zumindest keines in Freiheit. Das Herz ist ein Symbol für Liebe, Gefühle, Empfindungen. Mit diesen Dingen sollte niemand spielen wie mit einer Marionette, und niemand hat auch hierbei das Recht darauf, darüber zu bestimmen oder sie in irgendeiner Form zu missbrauchen. Für mich sind beide Organe sehr ausdrucksstarke, lebensnotwendige und sehr persönliche und private Teile des Körpers, die alles über mich wissen, vor denen ich keine Geheimnisse habe, die dieses jedoch beinhalten und deshalb für niemanden zugreifbar sein sollten. Ich darf denken und fühlen, was ich will, wann ich will und wie ich will. Das ist mein Gefühl von Freiheit.

 

Während des Zeichnens habe ich viel über das Thema nachgedacht und habe dieses Gefühl von Dankbarkeit und Glück verspürt, welches ich und die meisten hier eigentlich haben. In gewisser Hinsicht hat mich das Gestalten, Nachdenken und Vertiefen des Bildes all meine Sorgen und Problemchen vergessen lassen und mir gezeigt, wie froh ich doch eigentlich sein kann, frei zu sein.

 

Leonie Hallmann, Q11

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