Chinaaustausch

Schüleraustausch mit China – Unsere Hinreise im Frühjahr 2016

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Vom 27. März bis zum 10. April hat eine kleine Gruppe von Schülern zusammen mit Frau Götzer und Herrn Omasreiter am diesjährigen Austausch des GYP mit China teilgenommen. Dabei haben wir unsere Partnerschule, die „Affiliated High School of Shanghai University“, für eine Woche besucht und bei deren Gastfamilien gelebt. Anschließend haben wir eine einwöchige Rundreise durch das spannende und riesige Land China unternommen.

Der chinesische Schulalltag ist sehr anders als unserer. Es beginnt damit, dass die Partnerschule ein Internat ist, auch wenn unsere Gastschüler für diese Woche die Sondergenehmigung hatten, zuhause wohnen zu dürfen. Sonntags müssen die Schüler am Abend zur Schule gebracht werden. Wenn sie die Schule betreten, lassen sie nicht nur ihre Familie draußen, sondern ihren ganzen Kontakt zur Außenwelt, da Handys in der Schule nicht erlaubt sind. Sie können nur durch den vom eigenen Schulsecurityservice gesicherten Haupteingang den Campus betreten.

Von Montag bis Freitag müssen die Schüler um 6.30 Uhr aufstehen und haben eine Stunde Zeit, um ihre Betten zu machen, sich zu waschen und zu frühstücken. Sie wohnen in Gebäuden, die an unsere Schullandheime erinnern, und schlafen zu viert bis zu sechst in einem Zimmer. Der Unterricht beginnt mit einem Gelübde, das die Schüler jeden Tag neu ablegen müssen. Nach eineinhalb Stunden Unterricht müssen die Schüler gegen neun Uhr am Morgenappell teilnehmen. Der findet auf dem Fußballplatz der Schule statt, dort machen sie zusammen Gymnastikübungen zur Lockerung des Körpers.

Um Punkt zwölf Uhr ist für eine Stunde Mittagspause, in der die Schüler Zeit haben zu essen und zu lernen. Am Nachmittag können sie neben normalen Unterrichtsfächern noch an sportlichen Aktivitäten wie zum Beispiel Basketball, Fußball oder außergewöhnlichen Sportarten wie etwa Kung-Fu teilnehmen. Bevor um 22.00 Uhr Bettruhe ist, gibt es noch Abendessen und anschließend Freizeit. Wenn ein Schüler etwas Verbotenes macht, zum Beispiel sein Handy unerlaubt in die Schule mitnimmt, wird er bestraft und im schlimmsten Fall vom Unterricht suspendiert, was für chinesische Schüler der größte Alptraum ist. Freitags dürfen sie nach dem Unterricht über das Wochenende nach Hause gehen.

Unter der Woche sind wir mit unseren chinesischen Austauschpartnern meistens mit dem Auto in die Schule gefahren worden und haben zum Teil ihre Klasse und ihren Unterricht besucht. Jungen und Mädchen sitzen getrennt. Das Klassenzimmer ist sehr einfach, aber modern eingerichtet. An den Wänden hängt in jedem Klassenzimmer eine chinesische Flagge und sogar eine Kamera! Am Wochenende haben die chinesischen Schüler uns die Stadt Shanghai und ihre besten Orte gezeigt.

In der zweiten Woche sind wir mit dem Nachtzug von Suzhou nach Xian und weiter nach Peking gefahren und haben einen Teil der wichtigsten Sehenswürdigkeiten des gewaltigen Landes besucht und besichtigt. Zu den Besichtigungsorten zählten in Peking die weltbekannte verbotene Stadt und der davorliegende 1 ha große Tianian´men Platz. Außerdem haben wir eine der größten Tempelanlagen Chinas, den Himmelstempel, gesehen. In Xian haben wir die Terrakotta Armee besucht und einen Abstecher auf die alte Stadtmauer gemacht, auf der wir einmal mit dem Fahrrad herumgefahren sind. Bei den Sehenswürdigkeiten wollten viele Chinesen von sich mit uns ein Foto machen. Da Europäer ganz andere Gesichtszüge haben als Asiaten, werden wir als sogenannte „Langnasen“ bezeichnet. Wer mit den Langnasen ein Foto macht, so wird gesagt, darf mit Glück und Wohlstand rechnen.

Vieles ist in China ganz anders als bei uns in Europa oder Deutschland. Die Straßenregeln werden meistens nicht beachtet. Es gilt: Wer das größere Auto hat und am meisten Lärm macht, der kommt auch schneller durch den staugeprägten Verkehr Chinas. Außerdem gibt es tausendmal mehr Hochhäuser und Wolkenkratzer. Chinesen essen für ihr Leben gern: Das Essen ist vielseitiger, kreativer und abwechslungsreicher als bei uns. Als Delikatesse gelten zum Beispiel gegrillte Skorpione, Hühnerfüße, Froschschenkel, Pekingente und Schlange; das Klischee, dass in China noch Hunde gegessen werden würden, stimmt nicht. Einige Chinesen haben sogar einen Hund als Haustier, wenn sie es sich leisten können.

Doch das Land ist im Umbruch! Immer mehr Menschen aus aller Welt sehen in China nicht mehr nur ein billiges Herstellungsland von elektronischen Geräten – sie entdecken, dass man auch in China sehr gut leben und arbeiten kann, wenn denn der Smog oder die massive Umweltverschmutzung nicht wären. Das ganze Land wird von vorne bis hinten umgekrempelt; vieles wird moderner z.B. die Infrastruktur mit neuen Bahnhöfen, Gleisen und Flughäfen.

Jeder Teilnehmer hat seine ganz eigenen überwiegend positiven Erfahrungen von der Reise mitgebracht und freut sich schon sehr auf den Gegenbesuch des chinesischen Austauschpartners im Juli 2016 in Deutschland.

Björn Marschall, Klasse 9d

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