Die Welt ausschalten

Gedanken einer zehnten Klasse zum Lesen

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Anfang Dezember hat die Klasse 10A einen Artikel über „Slow Reading Clubs“ gelesen, die neuerdings in großen Städten entstehen. Es handelt sich dabei um Cafés, in denen man es sich gemütlich macht und in seinem eigenen Buch schmökert. Gesprochen wird dort nicht, es sind Ruheorte ohne Handyklingeln und sonstige Ablenkung. Danach hat jeder für sich über das Lesen nachgedacht. Die Klasse hat herausgefunden:

Lesen braucht Zeit.
Ich lese in meiner freien Zeit in den Ferien, da ich während der Schulzeit oft keine Zeit dafür finde. Wenn ich lese, habe ich aber keine Probleme, abgelenkt zu werden. –
Ich mag Lesen wirklich gerne, wenn ich nichts zu tun habe. Jedoch kann ich mich durch den Schulstress oftmals nicht dazu motivieren und mache lieber etwas anderes. Dagegen lese ich in den Ferien sehr gerne und ziemlich viel. –
Wenn ich einmal lese, lese ich unter Stress, da ich immer auf den nächsten Schultag lernen muss. Und an Wochenenden bin ich oftmals am Lesen verhindert, da ich unter der Woche wenig Zeit für Freunde und sonstiges habe. –
Für das Lesen finde ich meist kaum Zeit und Motivation, und da ich sehr langsam lese, komme ich nicht wirklich voran. Ich lasse mich auch sehr schnell und leicht ablenken. –
Lesen ist für mich eine Art von Entspannung. Wenn ich mal Zeit dafür habe, lese ich sehr gerne. Aber dieser „Slow Reading Club“ oder so, der wäre jetzt nichts für mich. –

Lesen eröffnet eine andere Welt.
Lesen ist für mich: Die Welt ausschalten und aufs Buch konzentrieren! –
Für mich bedeutet Lesen, aus der Realität in eine andere Welt oder Situation zu fliehen, um für meistens nur ein paar Minuten abzuschalten. –
Wenn man liest, taucht man in eine andere Welt ein und man vergisst Alltagsprobleme. Man braucht Ruhe, aber dafür in einen Leseclub gehen, das würde ich nicht. –
Lesen ist ein Abschalten und Entkommen aus dem Alltag, wenn auch anfangs meist ein wenig gezwungen: einerseits weil man sich Zeit dafür nehmen muss, andererseits weil man alle anderen Gedanken verbannen muss. –
Lesen heißt für mich zu entspannen, zu träumen, zu zittern vor Angst, mich aufzuregen, zu lächeln… Lesen ist mir wichtig, auch wenn ich außer in den Ferien fast keine Zeit dafür habe. Am liebsten lese ich Fantasy, weil ich mich dann einfach in eine andere Welt verziehen kann. –
Lesen bedeutet für mich: Zeit für etwas, Bildung, Fantasieerweiterung, Entspannung, Sommerferien, ohne Zwang etwas zu machen, abschalten, eine andere Welt auf mich wirken lassen… –

Lesen ist etwas sehr Privates.
Ich lese eigentlich nur, wenn ich alleine bin. Ich mag es nicht, wenn jemand mich unterbricht oder ich mich beobachtet fühle. Ich lese nur am Tag, nie abends. –
Beim Lesen muss ich ungestört sein und Zeitpunkt und vor allem Ort frei wählen können, weil es mir sehr wichtig ist und mich von meiner Alltagswelt in eine andere bringt. –
Lesen bringt einen in eine ganz andere Welt, in der man vom Alltag abschalten kann. Oft lasse ich mich trotzdem durch mein Umfeld stören. Wichtig finde ich es aber auch, dass ich mich wohl fühle und es bequem ist, wenn ich lese. –
Lesen bedeutet für mich Entspannung und bei Büchern, die in der Ich-Perspektive geschrieben sind, eine andere Person zu werden. Ein „Slow Reading Club“ wäre aber nichts für mich. Um lesen zu können, muss ich alleine sein und eine bekannte Umgebung haben.

Lesen ist nicht das richtige Leben.
Ich lese überwiegend im Urlaub oder auf langen Fahrten. Die Alternativen, die mehr Spaß machen, sind zuhause einfach viel attraktiver. –
Ich lese nur wenige Bücher. Für mich bedeutet Lesen meist „Langeweile“. Selbst in der Realität etwas zu erleben, ist viel spannender. –
In der Zeit, in der man liest, könnte man „wichtigere“ oder spannendere Sachen machen. –

Lesen informiert aber über das Leben:
Lesen bedeutet für mich Informationen. Ich lese keine Bücher, sondern nur Foren oder Sonstiges im Internet. –
Lesen bedeutet für mich Auszeit, Kreativität und Weiterbildung; jedoch lese ich eher im Urlaub, wenn ich auch keine schulischen Aufgaben erledigen muss. –
Lesen bedeutet für mich Informationsbeschaffung. Selten lese ich, um mich zu unterhalten, obwohl ich natürlich nur Dinge lese, die mich interessieren. –
Lesen bildet und macht sehr viel Spaß, vorausgesetzt, man nimmt sich genügend Zeit dafür. Deshalb denke ich, dass „Slow Reading Clubs“ eine super Möglichkeit sind, die Zeit dafür zu finden und auch gut zu nutzen.

Lesen braucht Empfehlungen.
Ich mag Lesen sehr gerne, da man mit Lesen runter kommen kann, und ich tue es auch sehr oft, aber in letzter Zeit komme ich nie dazu, und mich spricht auch kein Buch an. –
Lesen bildet, vorausgesetzt man liest das Richtige und nimmt sich Zeit dafür. –
Ich lese unglaublich gerne, wenn es sich um ein gutes Buch handelt. Aber wirklich auch nur dann. –

Mit diesem Schlusswort startet ein Aufruf an alle Schüler: Berichtet über Eure Leseerfahrungen. Und beschreibt Bücher, die Ihr anderen zu lesen empfehlen könnt.

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