Eine Talkshow mit Zündstoff

4_2015_10_25_Jauch-Sendung_PhilippaFesq_LaraBette_IMG_6361_901447054875_1

Am Sonntag, den 18. Oktober 2015, wurde um 21:45 Uhr die bekannte Talkshow von Günther Jauch ausgestrahlt, diesmal zu dem Thema „Pöbeln, hetzen, drohen – wird der Hass gesellschaftsfähig?“. In den Tagen danach gab uns die Sendung im Unterricht viel Anlass zu lebhafter Diskussion.

Zu Gast waren an diesem Abend der Bundesjustizminister Heiko Maas, die Redakteurin der NDR-Sendung „Panorama“ Anja Reschke, der Innenminister des Saarlandes Klaus Bouillon und der AfD-Fraktionsvorsitzende Björn Höcke. Es ging um die Frage, wie es zu immer mehr Fremdenhass und auch kriminellen Anschlägen kommt und welche Rolle dabei die sogenannten „rhetorischen Brandstifter“ spielen.

Weil wir denken, dass unsere derzeitige Situation in Bezug auf die Flüchtlinge ein großes Thema ist, über das es viel zu diskutieren gibt, und weil wir dieses Thema auch im Deutschunterricht behandeln, nutzten wir die Chance, unsere eigene Meinung sofort mit den anderen Klassenkameraden auszutauschen. Nachdem wir uns die Talkshow angesehen hatten, die mit vielen Kommentaren und Kopfschütteln unsererseits unterstrichen worden war, diskutierten wir vor allem ausgiebig über den AfD-Fraktionsvorsitzenden.

Was genau hat unsere Klasse so in Unruhe versetzt? Auffallend an dem Auftritt von Höcke war, dass er ziemlich am Anfang der Sendung die Deutschlandflagge auf seiner Sessellehne ausbreitete. Die patriotische und politische Meinung des AfD-Politikers konnten wir nicht teilen und seine Reden, die er auf verschiedenen Demonstrationen gehalten hatte, erinnerten uns doch sehr an die Reden in der Zeit des Nationalsozialismus, wobei seine Gesten und sein immer wieder wiederholter Ausruf „Wir sind das Volk“ am stärksten hervortraten.

So wurde eine Rede eingeblendet, bei der er in Erfurt gesagt hatte: „Erfurt ist schön, schön deutsch, und so soll Erfurt auch bleiben.“ Björn Höcke hat selbst vier Kinder und ist zu unserem großem Erstaunen Lehrer für Sport und Geschichte. Bis zum letzten Sommer unterrichtete er an einer hessischen Gesamtschule. Wir fragten uns, wie man als Jugendlicher reagiert, wenn man mit jemandem zusammenkommt, dessen Meinung man ablehnt: Man kann mit seinen Eltern bzw. mit Freunden über eine solch schwierige Situation reden oder sich in der Schule bei Verbindungslehrern oder Schülersprechern Hilfe holen.

Höcke benutzte viele Techniken, um die meiste Zeit die Aufmerksamkeit auf seine Seite zu lenken. Zudem war seine Argumentation aus unserer Sicht sehr lückenhaft. Eigentlich war es keine Argumentation, denn er stellte hauptsächlich unvollständige Thesen auf und wich tieferen Fragen, unserer Meinung nach, etwas ungeschickt aus. Aber bildet Euch mal selbst eine Meinung:
Günther Jauch vom 18.10.2015

Philippa und Lara, Jgst. 10

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*